Wer denkt, eine Riegenreise des Teams 97 vom TVK beschränke sich auf einen gemütlichen Spaziergang mit geselligem Beisammensein, irrt sich, denn die Ausgabe 2025 hatte es in sich. Sie umfasste eine Reihe an Aktivitäten die «nicht als ohne» zu qualifizieren sind 😉  

Ausgangspunkt war das Kurzparking Bern, wo sich die Reisegruppe in vollständiger – wenngleich kompakter – Form einfand (à das Datum der Riegenreise war seit März 2025 bekannt, sodass allfällige Reuegefühle nach Lesen dieses Berichts bei den Daheimgebliebenen in deren eigenen Verantwortung liegen J). Die Teilnehmenden durften in diesem Jahr in einem Minibus Platz nehmen. An das Steuer setzte sich Josch. Spätestens nach dem Aufsetzen seiner schnellen Sonnenbrille war uns klar, dass bei ihm der «Vater-Modus» aktiviert war. So chauffierte er uns wie ein Familienvater seine Kinder Richtung Kandersteg, wobei wir uns in sicheren Händen wussten.  

Die allgemeine Stimmung war im Hinblick auf unsere bevorstehende Aktivität von einer Mischung aus Vorfreude und Nervosität geprägt, was sich bei Ben bei einem frühen Zwischenfall manifestierte: Wir waren kaum mehr als 10 Minuten unterwegs, als Bens Kaffee die Frontscheibe des Autos in grosszügigen Spritzmustern zierte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass unser Minibus nicht irgendein gewöhnlicher Minibus war, sondern ein SwissSki-Minibus, der bei den übrigen Verkehrsteilnehmern für Spekulationen über prominente Schweizer Skistars (wie Odermatt und Co.) und bei uns für beste Unterhaltung sorgte.

In Kadersteg angekommen wurde es dann ernst: Skispringen stand auf dem Programm. Vier grosse Schanzen und der Schanzenleiter B. warteten auf uns. Ehe wir in die engen Profi-Skisprunganzüge schlüpften bzw. besser gesagt uns hineinzwängten, wärmten wir uns angesichts unseres grossen Vorhabens mit ein paar Trockenübungen auf. Schanzenleiter B. demonstrierte uns die richtige Haltung, wofür er – wenn auch mit einem gewissen Zögern – seinen Faserpelz auszog, «weil wir ja sonst nicht genau die auf der Schanze gefragte Körperposition sehen würden». Zum Vorschein kam dabei ein Retro-Shirt, das zwar unfreiwillig, aber immerhin stilvoll die Aufmerksamkeit auf sich zog.  

Bereits die kleinste Schanze stellte eine beachtliche Mutprobe dar – ausser für Nuna, welche furchtlos und souverän immer wieder über die kleine Schanze sprang. Nebenan zeigte uns der sechsjährige lokale Skisprungheld L., wie man’s wirklich macht. Allen Voraus stellten sich Josch und Gürbi der Herausforderung der nächstgrösseren Schanze. Was sich für uns wie ein wirklich krass guter, weiter und olympiareifer Sprung anfühlte, gleicht auf dem Video jedoch dann eher einem unkontrollierten Minihüpfer, der dem Skispringen, wie man es aus dem Fernseher kennt, nur bedingt gleich kommt. Aber hei, wir sind immerhin bis zu 14 Metern weit gesprungen! 

Nach dieser mentalen Herausforderung, man könnte fast sagen Grenzerfahrung, war klar: Essen muss her. Gestärkt ging es weiter ins Gasterntal. Dort traf die Idylle und Schönheit der Schweizer Bergwelt auf die Strenge der Schweizer Organisation. Die Zufahrt ins Tal erfolgt nämlich über eine schmale, einspurige Strasse, auf der während eines festgelegten Zeitfensters abwechselnd Verkehr nur talaufwärts oder talabwärts gefahren werden darf. Der sauber getaktete Fahrplan wurde beinahe durch einen Alpabzug durcheinandergebracht. Am Strassenanfang machte sich eine spür- und sichtbare Nervosität unter den wartenden Fahrzeugen breit. Doch wie durch ein kleines Wunder ging alles perfekt auf, und wir konnten mit unserem Swiss-Ski-Bus – der auch hier wieder neugierige Blicke auf sich zog – pünktlich durchs malerische Gasterntal hoch zur Berghütte fahren. 

Das Nachmittagsprogramm beinhaltete Pfeilbogenschiessen, wobei die Trefferquote bei einem Wettkampf «Modi gägä Gielä» –  freundlich formuliert – «durchzogen» war. Josch traf, Rahel brillierte ebenfalls mit konstanter Treffsicherheit (klar, sie ist unsere wohlbekannte Pfeilbogenkönigin) – die anderen trafen eher Steine und liessen die Zahl der überlebenden Pfeile infolgedessen rapide sinken. Danach haben wir gebrätelt und es gab Marshmallows über dem Feuer – stilecht natürlich auf selbstgeschnitzten Ästen. Mit dem primären Ziel, die Wärme ums Feuer zu halten, betrieben wir nebenbei mit der Sackmessersäge kurzerhand noch ein wenig Waldpflege und lichteten ein paar trockene Tannen – selbstverständlich wurde die Umgebung der Brätelstelle dabei nur leicht verändert. 

Zurück im Berghaus erwartete uns ein charmantes Gemeinschaftszimmer, allerdings mit einer Herausforderung für «Gfrörlis» und Warmduscher: Die Raumtemperatur und Wassertemperatur der Dusche lag gefühlt knapp über dem Gefrierpunkt. Zum Glück gab es am nächsten Morgen ein wunderbares Frühstück, denn danach ging es auf einen Klettersteig. Dieser verlangte uns allen weiteren Mut ab und war deutlich fordernder, als manche von uns dachten. Oben angekommen belohnten wir uns mit Plättli, Suppe oder Wurst. Ben musste sich etwas länger gedulden: Da er sich zunächst mit einem wohlverdienten Bier von den Strapazen des Klettersteigt erholen musste, kam er erst etwas später zu seiner Essensbestellung. Zur Freude unserer Tischnachbarn wurde seine Bestellung dann auch noch versehentlich an den falschen Tisch gebracht, was seine Geduld gleich doppelt auf die Probe stellte. Als sein Teller dann endlich vor ihm stand, schmeckte das Essen dafür umso besser. 

Schliesslich brachte uns die Gondel zurück ins Tal und der SwissSki-Minibus zurück nach Bern. 

Beim Schreiben dieses Berichts wurde einmal mehr klar: Das Wochenende war reich an kleinen Anekdötchen, die uns noch lange zum Schmunzeln bringen werden. Die ohnehin schon schönen Erinnerungen hat Ladina ausserdem mit ihren Fotos noch schöner eingefangen. 

Merci viu mau Gürbi für die Organisation und danke an alle, die dabei waren <3 

Verfasst von Leonie Grob