Am Samstagmorgen um 7.30 Uhr haben wir uns (einige mehr und andere weniger wach) im Zug in Richtung Visp getroffen. Spätestens als Rahel verkündete, dass im Leukerbad heute ein DJ aus Bali auflegen wird, wussten wir, dass einem grossartigen Skiweekend nichts mehr im Weg steht. Nach 2.5h Reise mit Zug und Poschi sind wir dann im Leukerbad angekommen und sind direkt mit dem Gondeli auf die Bergstation und dann ab auf die Piste. Wir hatten sehr Glück, da das Wetter am Vormittag sich noch von seiner besten Seite zeigte und wir ein tolles Bergpanorama mit Sonne und blauem Himmel geniessen durften. Nach etwa zwei Stunden und intensivem Skifahren haben wir uns dann in den Mittag verabschiedet. In einer gemütlichen Berghütte genossen wir leckere Cordonbleus, Schnitzel, Rösti oder Flammkuchen.

Auch ein Dessert durfte nicht fehlen und so haben wir uns alle für den hauseigenen Apfelkuchen oder diverse Glaces entschieden. Naja, nicht ganz alle. Gürbi bestellte nämlich eine halbe Cremeschnitte zum Dessert. Oder wie wir gelernt haben: ä haubi Schliimgrete. Dies zur Freude der Küchenchefin. Während sie die Schliimgrete serviert hat, sagte sie ganz trocken: „aha, so gseht also epper üs, wo en halbi Cremeschnitte bstellt.“ Nicht nur für die Cremeschnitte gibt es eine gute Wortalternative, nein, auch für die Schwarzwäldertorte durften wir eine Abkürzung lernen: so nennt man das in Fachsprache: ä Sturzwäuderschwarte.
Mit einem vollen Bauch und toller neuer Wortkenntnis ging es wieder auf die Piste, weil wir vor der grossen Party mit dem DJ aus Bali noch ein paar Höhemeter sammeln wollten.
Dann war es endlich so weit: DJ Bali startete seine Party. Doch schon ganz schnell merkten wir, dass der DJ wahrscheinlich nur seine vorzusammengemixte House Music Playlist laufen liess, bei der jedes Lied der gleiche Takt und Rhythmus hatte und nicht mal einen Songtext. Also fühlten wir uns mehr wie an einer Strandbar als auf der Skipiste, parat für das Après-Ski.
Wir haben uns davon aber nicht die Stimmung verderben lassen und es uns mit dem Beachmix, Getränken und lustigen Kartenspielen gemütlich gemacht.
Am späteren Nachmittag sind wir dann ganz entspannt mit der Gondel nach unten gefahren (Fun Fact: DJ Balis Playlist lief immer noch) und haben unsere Unterkunft bezogen. Am Nachmittag/Abend hat es leider angefangen zu regnen, aber Gürbi konnte die Wetterlage gut zusammenfassen: «entweder gits morn Pau Pau oder Splash Spalsh.»
Nachdem wir geduscht und uns für das Abendessen vorbereitet hatten, trafen wir uns alle in einem Zimmer und spielten Meier – aber in unserer eigenen Variante, so dass wir es in ein Trinkspiel verwandelt haben. Es zeigte sich, dass einige sehr gut im Lügen sind, aber andere mussten ziemlich oft einen Schluck Weisswein nehmen. Ob das Absicht war oder sie wirklich so schlechte Lügner sind, weiss man bis heute nicht.
Während des Spiels hatten wir spannende politik-Diskussionen, bei denen unsere Meinung des Öfteren unterschiedlicher nicht sein konnten. Beispielsweise, warum Mate Trinken politisch gesehen eher links, aber Feldschlössli-Bier Trinken eher rechts ist. Einige verstehen das bis heute nicht…
Anschliessend machten wir uns auf den Weg zum gemeinsamen Abendessen – es gab wunderbar leckere Älplermacaroni für fast uns alle. Unsere Gespräche während des Essens waren wahrscheinlich so unterhaltsam, dass die Kellnerin auffällig oft in der Nähe unseres Tisches stand. Irgendwann hat sie uns sogar gefragt, was wir für eine Gruppe sind, oder ob wir ein Jahrgangstreffen haben. Nur zur Info: Zwischen der jüngsten und der ältesten Person liegen mehr als 15 Jahren.
Doch wir sprachen weiter über interessante Themen wie beispielsweise, ob es wichtig ist, die Schmuckfarbe seiner Partnerin zu wissen – also, ob sie lieber Gold- oder Silberschmuck trägt. Leider sind wir da nicht ganz auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, sodass die Jungs vom Thema «unauffällig» ablenkten, indem Gürbi und Julien uns ein Tutorial für den perfekten «Füdlitätsch» gegeben haben. Sogar mit vorzeigen… Ich erspare euch die Details. Aber auch hier war die Kellnerin wieder nicht weit weg von unserem Tisch.
Wir sind dann noch weiter in eine Bar gezogen und genossen den restlichen Abend mit Getränken und wieder tollen Gesprächen. Auch hier erspare ich euch die Details. Aber ein Satz von Ben fasst es ganz gut zusammen: «Gürbi verzeus lieber nid, aber interessiere würds üs aui.» Er hat es dann noch erzählt…
Am nächsten Morgen trafen wir uns wieder um 8.30 zum Frühstück. Alle sahen leicht müde aus, aber die Laune liessen wir uns nicht verderben. Es hat die ganze Nacht geschneit und so hatte es nun wirklich Pau Pau. Und sogar Sonnenschein und klarer Himmel. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe genoss das schöne, aber windige Wetter auf der Skipiste, die andere verbrachte den Sonntag in der Therme.
Als die Skigruppe die Bergstation erreichte, sagte ein Mitarbeiter der Bergbahnen, dass heute ein Lift geschlossen sei, aufgrund zu starker Windböen. Das wäre eigentlich kein Problem. ABER, da es im Skigebiet Leukerbad nur zwei wirklich grössere Lifte gibt, war das schon ein bisschen einschränkend. Doch sie zogen eine first line im Neuschnee nach der anderen und waren wirklich völlig aus dem Häuschen. Das zeigte sich, als Gürbi mitten im Lift sagt: so chömet mir göh jetzt endlech.
Auch die andere Gruppe genoss das schöne Wetter und verbrachte den Sonntag in der Therme. Nach fünf Stunden im Aussen-Whirlpool waren unsere Hände und Füsse so verschrumpelt, dass es schon weh getan hat.
Am Nachmittag trafen wir uns dann alle wieder beim Busterminal und starteten die Heimreise. Alle etwas müde, aber mit ganz viel neuen Erinnerungen, und natürlich coolen neuen Wörtern im Gepäck.
#Schliimgrete #Sturzwäuderschwarte #PauPau und Splash Splash

Verfasst von Anina Rohrbach